Mit dem „Jumpers Knee“ ist nicht zu spaßen!

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Mit dem „Jumpers Knee“ ist nicht zu spaßen!

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Das „Jumpers Knee“ sollte nicht unterschätzt werden. Bild von Matias Maiztegui auf Pixabay

So „cool“ wie das sogenannte „Jumpers Knee“ im Englischen klingt, ist es leider nicht. Ganz im Gegenteil – diese massive Reizung der Kniescheibensehne (= Patellaspitzensyndrom) hat schon so manchen Sportler lange aus dem Tritt gebracht bzw. aus der Bahn geworfen. Besonders sprungintensive Sportarten wie Volleyball oder Basketball sind häufig die Ursachen für dieses Krankheitsbild, genauso wie Fußball, Tennis oder Squash. Auch Jogger haben unter diesem Phänomen zu leiden – daher wird auch oft vom „Runners Knee“ gesprochen. Chronische Überbeanspruchung und permanente Belastung tun ihr Übriges, die Schmerzen zu verstärken. Allerdings kann das Krankheitsbild auch Menschen treffen, die andere Sportarten oder sogar gar keine betreiben: Immer dann, wenn ungewohnte Belastungen auf Knie und Sehne einwirken, kann es zur oben beschriebenen Reizung kommen, weiß Sportarzt und Orthopäde Dr. Dömkes aus Langenfeld.

Was ist das Patellaspitzensyndrom genau?

Dazu sollte man sich kurz die Aufgabe und Funktionsweise der Patellasehne vergegenwärtigen: Das Knie ist das mit am meisten beanspruchte Gelenk des Menschen überhaupt. Oberschenkelknochen, Schienbein und die Kniespitze stellen die knöcherne Gelenkkörperumgebung dabei dar. Die Patellasehne verbindet das untere Ende der Kniescheibe (Patella) mit dem Schienbein. Die entsprechende Sehne übernimmt die Aufgabe, die Kraft vom Ober- auf den Unterschenkel zu übertragen. So lässt es sich gut nachvollziehen, dass diese gerade beim Sport permanent gefordert ist. Typischerweise machen sich die Schmerzen im Bereich der Kniescheibenspitze bemerkbar.

Welche Ausprägungen der Erkrankung gibt es?

Die Symptome „schleichen“ sich sozusagen an: Zu Beginn spüren Sie den Schmerz meist nur nach einer Belastung; später treten die Schmerzen zu Beginn einer Belastung auf, verschwinden dann und kommen nach der Belastung wieder. Kurze Zeit danach empfindet der Betroffene während der gesamten (Sport-)Aktivität Schmerzen. Allerspätestens, wenn der Schmerz auch im Alltag, zum Beispiel beim Treppensteigen oder Bergabgehen, auftritt, ist ein Termin bei Ihrem Orthopäden in Langenfeld dringend angeraten. Bei akuten Schmerzen helfen vorübergehend Kälte- und Wärmebehandlungen sowie entzündungshemmende Schmerzmittel.

Der klassische Charakter der Beschwerden ist dessen Hartnäckigkeit: Das Krankheitsbild verschwindet leider ohne Behandlung nicht wieder gänzlich, obwohl es auch Phasen der Beschwerdearmut gibt. Vielmehr handelt es sich um eine chronische, über mehrere Monate andauernde Krankheit, bei der häufig auch gleich beide Knie betroffen sind.

Welche Therapien setzt Ihr Orthopäde ein?

Zunächst wird der Orthopäde per Ultraschall, MRT und/oder Röntgen die Diagnose zweifelsfrei stellen, um dann das „Jumpers Knee“ typischerweise konservativ, das heißt ohne eine Operation, zu behandeln, so der Sportarzt Dr. med. Sebastian Dömkes, Orthopäde in Langenfeld.

Dabei haben sich folgende Methoden bewährt:

  • Das regelmäßige Dehnen der Oberschenkelmuskulatur.
  • Das A und O der Behandlung stellen spezielle Physioübungen dar, welche die Muskulatur und die Beweglichkeit stärken. Konsequent durchgeführt, können sie den Genesungsprozess unterstützen.
  • Zur Stabilisierung des Kniegelenkes eignen sich spezielle medizinische Bandagen.
  • Kältebehandlungen mit Kühlkompressen lindern die Beschwerden.
  • Eine wohltuende Durchblutung des Sehnenansatzes lassen sich durch eine Wärmflasche oder ein Heizkissen erzielen.
  • Es besteht auch die Möglichkeit, für kurze Zeit auf entzündungshemmende Medikamente zurück zu greifen, nachdem vorab aber in jedem Fall der behandelnde Arzt befragt wurde.
  • Salben können täglich mehrmals an den betroffenen Stellen einmassiert werden. Das fördert den Heilprozess.
  • Die Körperhaltung korrigieren orthopädische Einlagen und unterstützen das Kniegelenk auf Schritt auf Tritt.
  • Auch medizinische Massagen lösen Spannungen, denn erfahrene Physiotherapeuten lockern mit wenigen Handgriffen die Muskulatur und steigern die Durchblutung.
  • Die ACP-Therapie (Autologes Conditioniertes Plasma), eine Form der Eigenbluttherapie, hat sich bei Schmerzen bewährt.
  • Ebenso kann die Behandlung mit einem bestimmten Hyaluronpräparat sehr unterstützend und hilfreich wirken.
  • Und nicht zuletzt stellt die Stoßwellentherapie eine – auch in diesem Zusammenhang – erfolgsversprechende Methode dar.